Festveranstaltung 20 Jahre LEADER-Region Waldviertler Grenzland und Neuwahl des Vorstands



Am Dienstag, 05.Juni wurden in der Wirtschaftskammer Gmünd die beiden langjährigen Obmänner der LEADER-Region Waldviertler Grenzland in einem feierlichen Festakt verabschiedet.

LAbg. a.D. Ing. Johann Hofbauer aus dem Bezirk Gmünd war 20 Jahre lang, sein Kollege Bundesrat a.D. Karl Boden aus dem Bezirk Waidhofen/Thaya 15 Jahre als LEADER-Obmann tätig

Durch die Veranstaltung führte Rupert Klein, langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins Waldviertler Grenzland.

Obfrau LAbg. Margit Göll

Obfrau LAbg. Margit Göll

Ihre Nachfolge im LEADER-Vorstand treten die LAbg. und Bgm. von Moorbad Harbach. Margit Göll sowie Bgm. Gerald Matzinger aus Groß-Siegharts an. Beide wurden in der Generalversammlung des Vereins Waldviertler Grenzland einstimmig als Obleute gewählt.

Bgm. Matzinger konnte wegen eines lange geplanten Auslandsaufenthalts an der Veranstaltung persönlich leider nicht teilnehmen. Stellvertretend für ihn nahm Frau Ulrike Pany aus der Gemeinde Groß-Siegharts und Mitglied des Projektauswahlgremiums der LEADER-Region, die Wahl an.

Als neu gewählte Obfrau und gleichzeitig als Vertreterin des Landes NÖ hielt LAbg. Margit Göll die Eröffnungsrede. Sie dankte  ihren Vorgängern LAbg. A.D. Johann Hofbauer und Bundesrat a.D. Karl Boden für ihr Engagement als LEADER-Obmänner und für ihren Einsatz für die Region.

LEADER-Manager Ing. Mag. Martin Huber gab einen kurzen Überblick über die Erfolgsgeschichte 20 Jahre LEADER in der Region. Zur LEADER-Region Waldviertler Grenzland gehören derzeit 40 Gemeinden aus dem Bezirk Gmünd, Waidhofen/Thaya und Zwettl. Als wesentlichstes Merkmal von LEADER beschrieb Huber das Bottom-up Prinzip:„Die Menschen aus der Region entwickeln gemeinsam eine Strategie zur Entwicklung ihrer Region und setzen sie auch um.“ So wurden in den vergangenen drei Leader Perioden seit 1998 insgesamt 487 Projekte mit einem Projektvolumen von 60 Mio. Euro umgesetzt und damit ein Fördervolumen von 22,5 Mio. Euro in unsere Region geholt.

Rupert Klein, Bgm. Andreas Kozar



Im Anschluss berichteten drei aktuelle Projektträger von ihren Erfahrungen. Bgm. Kozar aus der Gemeinde Reingers hat in der aktuellen Förderperiode bereits zwei LEADER Kleinprojekte umgesetzt und erzählte von diversen Erlebnissen mit der Verwaltungsbehörde in St. Pölten, die durchaus für Heiterkeit im Auditorium sorgten. Er gab jedoch allen, die ein LEADER-Projekt planen, den Rat sich nicht entmutigen zu lassen, denn beim LEADER-Management gibt es immer Unterstützung und Hilfe.

Ing. Tiefenbacher

Rupert Klein, Ing. Franz Tiefenbacher

Ing. Franz Tiefenbacher, stellv. Geschäftsführer der Fa. Waldland GmbH berichtete eindrucksvoll wie in den vergangenen 15 Jahren LEADER Projekte mit dazu beigetragen haben, hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Bei Waldland wurden vor allem Versuchschargen wie zum Beispiel der Anbau von Roggen für die Produktion von hochwertigem Roggenpollen als Arzneigrundstoff (ein Projekt aus dem Jahr 2003) über LEADER Projekte gefördert. Auch andere Sonderkulturen wie Schlüsselblumen oder Ginkgo waren äußerst erfolgreich. Im nächsten Jahr sollen bereits 250-300ha Schlüsselblumen im Waldviertel angebaut und verarbeitet werden. Auf die Frage, inwiefern die Förderung durch LEADER denn hier wichtig war, antwortete Tiefenbacher:„Diese Versuchsprojekte hätte es ohne LEADER wahrscheinlich auch gegeben, jedoch sicherlich nicht in dieser Qualität und Geschwindigkeit wie mit LEADER!“

Wilhelm-Christian Erasmus

Zuletzt berichte Hr. Wilhelm-Christian Erasmus als Vertreter der Kleinregion Zukunftsraum Thayaland von der Erfolgsgeschichte des Radwegs „Thayarunde“. Der 2017 fertiggestellte 111 km lange, grenzüberschreitende Thayarunde-Radweg verläuft großteils auf den ehemaligen Bahntrassen Waidhofen/Thaya- Slavonice und Göpfritz/Wild-Raabs/Thaya. Die Dampfloks konnten damals keine großen Steigungen bewältigen und so glätteten die Eisenbahningenieure die Landschaft. Das sind heute ideale Voraussetzungen vor allem für Familien und Genussradler eine gemeinsame entspannte Radlzeit zu verbringen. Ziel der über LEADER geförderten Projekte - das erste Projekt „Radparadies Thayarunde“ ist bereits abgeschlossen, ein weiteres wurde eingereicht - ist es, mit verschiedensten radtouristischen Produkten und Marketing-Maßnahmen diesen neuen Radweg im nationalen und internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen.

Eine der größten Herausforderungen dabei ist, so Erasmus, dass an diesen Kooperationsprojekten nicht nur eine sondern gleich drei LEADER-Regionen beteiligt sind. „Mit dem Waldviertler Grenzland als „LEAD-Partner“ jedoch konnten wir immer auf die ausgezeichnete Unterstützung des LEADER-Managements zählen. Mit Martin Huber hat das Waldviertler Grenzland den LEADER-Manager mit der an Jahren längsten Erfahrung in NÖ und so konnten nach und nach mit seiner Unterstützung alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden.“ „Und das Ergebnis hat alle unsere Erwartungen übertroffen“, schwärmt Erasmus. Die Thayarunde etabliert sich zunehmend als touristisches und freizeitwirtschaftliches TOP-Angebot im Waldviertel. Am 08.Mai 2018 wurde sie vom Land NÖ zur TOP-Radrunde ausgezeichnet. Seine Empfehlung:„Die Zukunft liegt in Kooperationen! Durch Zusammenarbeit, Kooperationen und Vernetzung zwischen Akteuren, zwischen Gemeinden, zwischen Regionen können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und gemeinsam eine Initiative zum Erfolg machen!“

Obmann a.D. Ing. Johann Hofbauer

LAbg. a.D. Ing. Johann Hofbauer


Auch die beiden ausgeschiedenen Obmänner wurden um die Weitergabe ihrer Erfahrungen gebeten. LAbg. a.D. Ing. Johann Hofbauer, der 1998 vom „Erfinder“ der LEADER-Region Waldviertler Grenzland, Adi Kastner in die Funktion des Obmanns gebeten worden war, betonte wie wichtig Kreativität und Engagement auf allen Ebenen sind. „Wir sind nur so gut wie unsere Projekte!“ Er bedankte sich bei Martin Huber für die langjährige ausgezeichnete Zusammenarbeit und als Tipp gab er den neuen Obleuten mit auf den Weg: „Schnell und geschickt sein und aktiv die richtigen Informationen suchen!“

Obmann a.D. Karl Boden

Bundesrat a.D. Karl Boden

Bundesrat a.D. Karl Boden bedankte sich ausdrücklich bei den Mitgliedern des Projektauswahlgremiums für ihr freiwilliges und unentgeltliches Engagement und beim LAG-Management für die gute Arbeit. Er hofft auf weitere Förderperioden und wünschte dem neuen Vorstand für die Zukunft alles Gute!

Den Abschluss machte dann noch mal die neue Obfrau, Frau LAbg. Margit Göll. Sie bedankte sich für das Vertrauen, das ihr mit der Wahl zur Obfrau der LEADER-Region Waldviertler Grenzland entgegengebracht wurde. „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung, bei der Entwicklung unserer ländlichen Region mitzuwirken.“, gab sie ihrer Freude über die neue Aufgabe Ausdruck und versicherte, sich in ihrer neuen Funktion als Obfrau bestmöglich für die LEADER-Region Waldviertler Grenzland einzusetzen.



neuer Vorstand Waldviertler Grenzland.jpg

v.l.n.r.: Obfrau LAbg. Margit Göll, LAG-Management Assistentin Michaela Böhm-Loidolt, Kassier Rupert Klein, Schriftführer Andreas Hitz, LAG-Manager Ing. Mag. Martin Huber